Kosmetikprodukte im Wandel der Zeit

  • Codecheck.info (www.codecheck.info) untersucht in einer Studie die Entwicklung bedenklicher Chemikalien in Kosmetika von 2012 bis heute
  • Die Verwendung gesundheitsschädlicher Stoffe geht dank Aufklärung der Verbraucher in einigen Produktgruppen zurück, Entwarnung kann aber nicht gegeben werden

Zürich, 11. März 2015 – Dank besserer Aufklärung und dem anhaltenden Trend hin zu einem ganzheitlich gesunden Lebensstil interessieren sich Verbraucher vermehrt, woraus ihre Kosmetikprodukte bestehen. Codecheck.info hat in der Studie „Kosmetikprodukte im Wandel der Zeit“ über 60.000 Produkte aus verschiedenen Kategorien zwischen 2012 und 2015 auf die Konzentration von neun gesundheitlich kritischen Chemikalien untersucht. Viele Hersteller lassen sich in der Zusammensetzung ihrer Produkte durch die Konsumenten beeinflussen. Das beweist der Rückgang einiger gefährlicher Stoffe in den für sie relevanten Produktgruppen.


Die Studie der größten unabhängigen deutschsprachigen Online-Produktdatenbank Codecheck.info analysiert acht der gefährlichsten und am häufigsten eingesetzten Chemikalien im Zeitverlauf zwischen 2012 und heute im Detail. Hier gibt Roman Bleichenbacher, Gründer des Social Enterprises, einen exklusiven Einblick in die Ergebnisse der Auswertung der drei bekanntesten Chemikalien:

1. Methylisothiazolinone (kurz MI)

 Die Konzentration von MI hat gemäß der Untersuchung von Codecheck in fast jeder Produktgruppe zugenommen. Die Erklärung für dieses Ergebnis ist sowohl Erfolg als auch Misserfolg: MI ersetzt den in Verruf geratenen Konservierungsstoff Propylparaben, der bisher hauptsächlich in Kosmetikprodukten eingesetzt wurde. Der Leiter des IVDK Prof. Dr. Med. Axel Schnuch warnt im Verbraucher-Magazin Öko Test: „Zu keinem anderen Kontaktallergen haben wir eine derartige epidemische Zunahme der Sensibilisierungen.“ Auch der europäische Kosmetikverband Cosmetics Europe hat bereits 2013 reagiert und die Empfehlung ausgesprochen, Kosmetikhersteller sollen bei Produkten, die nicht abgewaschen werden, auf MI verzichten. Große Kosmetik-Hersteller regieren: Beiersdorf hat schon Anfang 2013 entschieden, MI in seinen Pflegeprodukten so schnell wie möglich zu ersetzen, so eine Sprecherin auf Anfrage von Codecheck.

2. Aluminium Chlorohydrate (Aluminiumsalze)

Die Toxikologin Ariane Lenzner vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) erklärt: „Aluminium in hohen Dosen wirkt als Nervengift. Es könnte an der Entstehung von Brustkrebs oder Alzheimer beteiligt sein.“ Das Stoffgemisch wird vor allem bei Antitranspirantien eingesetzt und sorgt dafür, dass sich die Poren verengen und durch Wasserentzug die Schweißbildung verhindert. Da es in den letzten Jahren viele Kampagnen gegen Aluminiumsalze in Deos gab, verwundert es nicht, dass die Konzentration abgenommen hat. Trotzdem ist weiterhin große Vorsicht beim Deo-Kauf geboten, da immer noch über 38% aller untersuchten Produkte dieser Gattung Aluminium enthalten.

3. Dimethicone

Silikone gehören zu den am häufigsten eingesetzten Stoffen in der Kosmetikindustrie. Sie besitzen keine pflegenden Eigenschaften, werden aber gern als preisgünstiger Weichmacher eingesetzt. In der Hautpflege ersetzen sie hochwertige pflanzliche Öle. Laut der Codecheck-Studie sind Dimethicone in Shampoos in den letzten Jahren weniger geworden. Das liegt vor allem daran, dass viele Verbraucher auf Silikonrückstände, die bei häufigem Gebrauch von silikonhaltigen Pflegeprodukten entstehen, verzichten möchten.

Der Rückgang einiger Chemikalien in den für sie relevanten Produktgruppen beweist, dass die öffentliche Meinung nicht unerheblichen Teil den Anteil an schädlichen Stoffen von Kosmetikprodukten beeinflussen kann. Wichtig ist es weiterhin kritisch zu bleiben und verwendete Chemikalien zu hinterfragen. Nicht jede veränderte oder vermeintlich verbesserte Rezeptur ist unschädlich für die Gesundheit. Um Verbraucher zu informieren stellt Codecheck jedes Jahr kostenfrei die Studie „Kosmetikprodukte im Wandel der Zeit“ zur Verfügung.

 

Über Codecheck.info:

Codecheck.info ist der größte deutschsprachige Online-Produktratgeber.

Das unabhängige Social Enterprise Codecheck informiert Konsumenten kostenlos via Website und App über  22 Millionen Produkte und deren Inhaltsstoffe. Dazu werden Experteneinschätzungen über die potenzielle Gefährlichkeit der Inhaltsstoffe für Körper und Umwelt angezeigt.

Bei Kosmetikprodukten liefert Codecheck.info Informationen zu hormonellen Inhaltsstoffen und zu Mikroplastik. Im Bereich der Nahrungsmitteln zeigt Codecheck zu den detaillierten Nährwertangaben auch via Ampelfarben auf einen Blick, ob ein Produkt zu viel Zucker, Salz oder Fett enthält. Eine solche einfache Kennzeichnung wird seit Jahren von Ärzten gefordert. Zusätzlich angezeigt werden Expertenbeurteilungen zu über 120 Gütesiegeln, Umweltinformationen zu Palmöl und Überfischung sowie Nutzer-Kommentare zu Vor- und Nachteilen.

Die Expertenbewertungen stammen u.a. von: ÖKO-TEST, Greenpeace, Stiftung Warentest, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), WWF, Foodwatch, Deutsche Diabetes-Stiftung Stiftung für Konsumentenschutz, Arbeiterkammer Wien, Utopia.de, Adipositas-Stiftungen Deutschland und Schweiz und vielen anderen.

// Codecheck-Webseite: www.codecheck.info

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 Pressekontakt: Katharina Braun | Mashup Communications GmbH | +49.30.83211974 | codecheck@mashup-communications.de

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