Die gefährlichen Seiten von Triclosan

  • Europaweit ist Triclosan seit dem 31. Juli 2015 teilweise in Kosmetika verboten, in vielen alltäglichen Produkten ist die Verwendung immer noch erlaubt.
  • Das Konservierungs- und Desinfektionsmittel hat viele gravierende Nebenwirkungen und schädigt die Umwelt, die sich durch einfache Massnahmen umgehen lassen.
  • Die Gratis-App von Codecheck erkennt Triclosan und zeigt Alternativprodukt ohne die Chemikalie an.

Zürich, 23. September 2015 – Strahlende Reinheit, antibakterielle Sauberkeit und sichere Hygiene sind Ausdrücke, die häufig in der Werbung genutzt werden. Sie vermitteln das gute Gefühl, sich selbst und die Familie vor gefährlichen Keimen zu schützen. Jetzt sorgt jedoch ein eingeschränktes Verbot des als Konservierungs- und Desinfektionsmittel verwendeten Triclosans für Verwirrung: Zwar ist die Chemikalie nach neuer Rechtsprechung in einigen nicht-abwaschbaren Produkten wie Hautcremes verboten, in vielen anderen, wie z.B. Zahnpasten, darf es jedoch weiter verwendet werden. Die gewünschte „klinische Reinheit“ hat ihre Schattenseiten: Das Biozid und Konservierungsmittel schädigt Muskeln, fördert Antibiotika-Resistenzen, kann Allergien auslösen und sorgt für Umweltschäden. Mit welch einfachen Mitteln Konsumenten Triclosan umgehen können, erläutert Roman Bleichenbacher, Verbraucherexperte und Gründer von Codecheck.

Gefährlicher Saubermacher

Ob in Seifen, Deos, Zahnpasten oder sogar Kleidung und Küchenutensilien – Triclosan findet sich in fast jedem Haushalt und allen Arztpraxen. Für über 30 Prozent der Schweizer, Österreicher und Deutschen ist hygienische Sauberkeit im Haushalt sehr wichtig. Bereits seit 1972 ist die Chemikalie als Desinfektions- und Konservierungsmittel oder Geruchshemmer auf dem Markt, wobei die ersten schädigenden Wirkungen 1998 aufgetreten sind. Experten stehen der von Öko-Test als „nicht geeignet“ kategorisierten Chemikalie kritisch gegenüber.

Denn Triclosan ist tückisch: Durch verschiedene Prozesse erhält es eine muskelschwächende Wirkung, fördert Antibiotika-Resistenzen, kann Allergien auslösen und den Hormonhaushalt beeinflussen. Codecheck warnte bereits häufiger vor der gefährlichen Wirkung hormonell wirksamer Stoffe, die, wie im Falle von Triclosan, sogar in der Muttermilch nachgewiesen werden konnten.

Seit dem 31. Juli 2015 ist die Verwendung von Triclosan europaweit in Produkten verboten, die lange auf der Haut bleiben oder grossflächig verteilt werden, verboten. So zum Beispiel in Lotions oder Cremes. Geschützt ist man dabei jedoch noch lange nicht und das aus zweierlei Gründen:

1. Produkte, die vor dem 31. Juli hergestellt wurden, werden nicht vernichtet, sondern dürfen weiter verkauft werden.

2. Kosmetika, die punktuell aufgetragen wird oder abwaschbar ist, wie Deo oder Duschgel, dürfen weiterhin Triclosan enthalten.

Wie schützen?

Triclosan befindet sich in vielen kosmetischen Produkten, Reinigungsmitteln und sogar in Kleidung und Haushaltsgegenständen, wie Schneidebrettchen, um eine anti-bakterielle Oberfläche zu schaffen. Insbesondere bei kosmetischen Produkten sollten Konsumenten vor jedem Kauf die Inhaltsstoffe checken. Trägt man belastete Produkte auf die Haut auf, kann die Chemikalie über unser grösstes Organ in den Körper gelangen und sich dort auf den gesamten Organismus auswirken.

Momentan erkennt einzig die App von Codecheck Triclosan in Produkten. Gleichzeitig schlägt die App Alternativprodukte vor, die frei von diesem Stoff sind. Wer kein Smartphone besitzt, sollte beim Kauf besonders auf die Inhaltsstoff-Angaben auf der Rückseite eines Produktes achten. Viele Konsumenten haben noch ältere Produkte im Schrank stehen, die vor dem 31. Juli hergestellt wurden und Triclosan enthalten. Hier bietet sich ein kurzer vorsorglicher Check der Produkte an.


PRODUKTE MIT TRICLOSAN:
Zahnpasta: Colgate Total Original
Deo: Adidas Cotton Tech
Seife: Body Series Hand Soap
Rasierschaum: Avene Rasierschaum

PRODUKTE OHNE TRICLOSAN
Zahnpasta: KART Oralcare
Deo: Lavera Fresh Deo
Seife: Sonett Handseife
Raierschaum: Sante Homme Deux

Über Codecheck:

Codecheck ist mit mehr als 25 Millionen Produkten und über 2.3 Millionen App-Downloads der grösste deutschsprachige Online-Produktratgeber.

Konsumenten informieren sich bei Codecheck kostenlos via Website und App über Produkte und deren Inhaltsstoffe. Dazu werden Experteneinschätzungen über die potenzielle Gefährlichkeit der Inhaltsstoffe für Körper und Umwelt angezeigt.

Bei Kosmetikprodukten liefert Codecheck Informationen zu hormonellen Inhaltsstoffen, Mikroplastik oder auch Aluminiumbestandteilen. Im Bereich der Lebensmittel zeigt Codecheck neben detaillierten Nährwertangaben auch via Ampelfarben, ob ein Produkt zu viel Zucker, Salz oder Fett enthält. Eine solche einfache Kennzeichnung wird seit Jahren von Ärzten gefordert. Zusätzlich wird auf Palmöl-Bestandteile oder gefährdete Fischarten hingewiesen.

Dank des Bewertungskreises bei Kosmetika und Lebensmitteln erkennen Nutzer auf einen Blick, ob ein Produkt prozentual mehr positive oder negative Eigenschaften besitzt.

Die Expertenbewertungen stammen u.a. von: ÖKO-TEST, Greenpeace, Stiftung Warentest, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), WWF, Foodwatch, Deutsche Diabetes-Stiftung Stiftung für Konsumentenschutz, Arbeiterkammer Wien und viele andere.

// Codecheck-Webseite: www.codecheck.info

// Codecheck-App zum Download für iPhone und Android

// Presse-Kontakt:
Antje Babbe | Codecheck.info | Tel: +41 44 450 25 41
 | antje.babbe@codecheck.info