Grüne Aussichten: das sind die Konsumtrends für 2018

Wir sehen grün: Im neuen Jahr soll nicht nur das Essen, sondern auch die Kosmetik ökologisch noch korrekter werden. Wir stellen Ihnen hier drei der spannendsten Trends aus de Bereichen Ernährung und Beauty vor.

1. Heuschrecken statt Steak

Mehr und mehr Menschen wollen nachhaltiger und verantwortungsvoller konsumieren. Das zeigt auch ein Rückgang beim Fleischkonsum. Pro Jahr und Kopf werden in der Schweiz knapp 51 Kilo Fleisch gegessen. In Deutschland sind es mit 59 Kilogramm Fleisch etwas mehr pro Kopf, jedoch fast drei Kilo weniger als noch 2011. Das zeigt der diesjährige Fleischatlas des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Eine nicht nur für die Tiere, sondern auch für das Klima erfreuliche Entwicklung. Denn wie die UN-Landwirtschaftsorganisation FAO zeigt, stammen 14,5 Prozent aller weltweiten Treibhausgasemissionen aus der Haltung und Verarbeitung von Tieren.

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Dies gilt allerdings nicht für Mehlwürmer, Heuschrecken und Co.. In Haltung und Züchtung sind Insekten platzsparender als andere Nutztiere. Sie verbrauchen kaum Trinkwasser und können Nahrung effizienter umwandeln. Rund 1,7 Kilogramm Futter reichen aus, um ein Kilogramm Grillen zu produzieren. Zum Vergleich: Rinder brauchen für die Produktion von einem Kilo Fleisch rund acht Kilo Futter. Eine erfreuliche Entwicklung also, dass eine neue EU-Verordnung Insekten nun als Lebensmittel erlauben will. In der Schweiz dürfen seit dem 1. Mai Grillen, Wanderheuschrecken und Mehlwürmer bereits zum Verzehr verkauft werden und die Insekten-Bürger von Coop waren im Handumdrehen vergriffen. Klimafreundliche Würmer-Burger und Grillen-Snacks dürften das Fleisch der Zukunft werden.

2. Gemüse befreit sich aus der Beilagenrolle

Würden die Menschen weniger Fleisch essen, müssten weniger Tiere gezüchtet werden. Das wäre laut verschiedenen Umweltexperten gut für das Klima. Wie passend, dass sich 2018 auch das Gemüse aus seinem Schattendasein befreit. Statt der Neben- soll es dieses Jahr mehr und mehr die Hauptrolle auf unseren Tellern einnehmen. Das ist unter anderem das Ergebnis des großen Food Reports 2018, der nun bereits zum fünften Mal die wichtigsten Trendphänomene der Foodbranche analysiert und reflektiert.

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Die Ernährungswissenschaftlerin und Leiterin der Studie Hanni Rützler erklärt im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk: “Wir versuchen bewusster mit Fleisch umzugehen und probieren auch aus, was passiert, wenn man es weglässt. Und da tut sich meistens eine Lücke auf.” Daher prophezeit Rützler, dass wir uns neue Inspiration von fleischloseren Küchen wie der Israelischen, der Apulischen oder der Indischen einholen werden. 2018 dürfte also nicht nur grüne, proteinreiche und gesunde, sondern vor allem auch für vielfältige Gerichte sorgen.

3. Nachhaltige Inhaltsstoffe auch in Kosmetik

Nicht nur unsere Ernährung soll in diesem neuen Jahr bewusster und ökologisch korrekter werden, sondern auch unsere Hautpflege. Dieser Trend zeichnet sich schon länger ab. Wie Amarjit Sahota, Gründer und Geschäftsführer der „Londoner Consulting Organic Monitor”, schon 2017 gegenüber der „TAZ” erklärte, wächst “der globale Markt für Natur- und Bio-Kosmetik um rund eine Milliarde US-Dollar jährlich und hat 2015 den geschätzten Umsatz von 12,5 Milliarden US-Dollar erreicht.” Tendenz steigend!

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Diesen Megatrend bestätigt auch Mintel in seinem “Global Beauty Trends Report 2018”. Das Marktforschungsunternehmen prognostiziert, dass der Beauty- und Körperpflegemarkt im Jahr 2018 grundlegende Veränderungen erleben wird. Demnach wird die Beauty- und Körperpflegeindustrie aufgrund der veränderten Nachfrage der Verbraucher und dem weltweiten Klimawandel mit neuen Ansätzen für natürliche und nachhaltige Inhaltsstoffe reagieren.”