Palmöl: Bewusste Konsumenten wollen gute Alternativen

CodeCheck hat User nach ihrer Meinung zu Palmöl gefragt. Herausgekommen ist ein differenziertes Bild zu den Einstellungen bewusster Konsumenten gegenüber dem tropischen Öl: Die meisten wünschen sich Alternativen – und wären dafür auch bereit, mehr Geld auszugeben. Mit der Umfrage unterstützt die Schweizer Produktdatenbank ein Studienprojekt der Uni Graz, dass an der Erzeugung einer biosynthetischen Alternative zu Palm- und Palmkernöl arbeitet.

Palmöl steckt praktisch überall drin, sei es im Essen, in Kosmetik oder im Benzin. Es ist in der Gesichtscreme, genauso wie in Salzbrezeln, Tütensuppen, Schokoriegeln, Keksen, Müsli oder Margarine enthalten. Studien zeigen: es steckt in jedem zweiten Supermarktprodukt. Das wissen auch die mehr als 1.000 bewussten Konsumenten, die CodeCheck in einer aktuellen Umfrage zur Unterstützung des Forschungsvorhabens der iGEM Graz befragt hat.

Die Schattenseiten des Öls

Für Palmölplantagen werden zahlreiche Hektar Regenwald gerodet. Und mit der global steigenden Nachfrage wachsen die ökologischen und sozialen Probleme. Viele Konsumenten wünschen sich daher Alternativen für das ertragreiche Öl, das so viele negative Aspekte mit sich bringt. Hierbei geht es ihnen mehr um die ökologischen, als die gesundheitlichen Aspekte.

Ersatz durch andere Ölpflanzen?

Untersuchungen des WWF zeigen, dass der Bedarf an Öl bzw. Palmöl durch andere Ölpflanzen kaum gedeckt werden könnte. Der Ersatz durch Kokos-, Soja-, Sonnenblumen- und Rapsöl hätte einen massiv höheren Flächenbedarf zur Folge. Die Treibhausgasemissionen würden noch weiter ansteigen an und die Gefährdung von Tier- und Pflanzenarten zunehmen. Laut WWF würde daher kein Weg daran vorbei führen, den Anbau von Ölpflanzen ausnahmslos umwelt- und sozialverträglicher zu gestalten. Doch bis dahin scheint es noch ein weiter Weg. Eine Gruppe von Grazer Studenten forscht daher untere anderem an einer ökologisch und gesundheitlich unbedenklichen Alternative.

 

Die biosynthetische Alternative zu Palmöl

Die Idee der Studieren der IGEM Graz ist es, Palmöl künftig von Hefekulturen produzieren zu lassen. Biosynthetisches Palmkernöl ist eine in Mikroorganismen hergestellte funktionelle Alternative, zu konventionellem Öl. Auf diese Weise wird der Regenwald geschont und die langen Transportwege entfallen. “Es wäre doch viel  umweltschonender und logistisch einfacher, Palmkernöl direkt am Ort des Bedarfs herstellen zu können“, so das Forscherteam. Weiterhin muss biosynthetisches Palmöl nicht zusätzlich raffiniert und erhitzt werden, um störende Substanzen abzutrennen. So kann die Bildung von Transfettsäuren bzw. Glycidyl-Fettsäureestern (GE) sowie 3- und 2-Monochlorpropandiol (3- und 2-MCPD) vermieden werden. Wie die Umfrage zeigt, sind bewusste Konsumenten dieser biosynthetischen Alternative gegenüber aufgeschlossen, wünschen sich aber mehr Informationen.

Hohe Zahlungsbereitschaft für sinnvolle Ölalternativen

Generell zeigt die Umfrage, dass sich bewusste Konsumenten nicht nur sinnvolle Alternativen zu Palmöl wünschen, sondern für solche auch bereit wären, mehr Geld auszugeben.

Über das Projekt

Um die Forschung der iGEM Graz zu unterstützen, hat CodeCheck über 1.000 bewusste Konsumenten mit dem hauseigenen Analyse-Tool Oeeda befragt. Oeeda wurde von CodeCheck unter anderem speziell dafür entwickelt, Nutzer der CodeCheck-App zu ihrere Meinung über bestimmte Produkte und Stoffe zu befragen. Im deutschsprachigen Raum nutzen über 1,6 Millionen aktive Nutzer dieser Einkaufshilfe regelmäßig.

 

Aktuell hat die iGEM Graz auch eine eigene Crowdfunding Kampagne für ihr Forschung zu biosynthetischen Palmöl gestartet. Wer das Projekt unterstützen möchte, kann das hier tun.

Hier finden Sie die komplette Umfrage als PDF.